Wasser: Hirnwasser (Liquor cerebro­spina­lis), Urin, Wasserbruch (Hydrozele), Darmspülung.

Wasserbruch: Hyd­ro­zele. Allg.: Krankhafte Flüssigkeitsansammlung in einer Höhle. Spezielle Formen: 1. Hodenwasserbruch (Hydrocele tes­tis). Ansammlung von Flüssigkeit meist in einem Fortsatz des Bauchfells im Leistenkanal oder dem Hodensack. Ursachen: a) Ausbleiben der Rückbildung (die im Allgemeinen bei der Geburt, spätestens im ersten Lebensmonat abgeschlossen ist) des Kanals (Processus vaginalis peritonei), über den die Hoden von der Bauchhöhle in den Hodensack gelangen. Durch den noch offenen Kanal fließt Flüssigkeit aus der Bauchhöhle in die Hüllen des Hodensacks. Symptome: Meist bereits länger bestehende (also nicht akut auftretende) Schwellung, keine Rötung. Diagnose: Bei der Durchleuchtung (Diaphanoskopie) der Schwellung mit einer hellen Lichtquelle (von hinten/unten) leuchtet die Schwellung durchsichtig auf. Therapie: Eine Erste Hilfe ist nicht erforderlich, wenn eine eingeklemmte Leistenhernie sicher ausgeschlossen ist (H). Meist bildet sich die Schwellung bis zum 2. Lebensjahr spontan zurück. Nur bei starken, evtl. schmerzhaften Schwellungen ist der operative Verschluss der Öffnung zur Bauchhöhle hin angezeigt. b) Hydrocele scrotalis, identisch mit der Hydrocele testis (H): Flüssigkeitsansammlung in der Wand des Hodensackes (Skrotum). 2. Wasserbruch des Samenstranges (Hydrocele funiculi spermatici). Formen: Wasseransammlung im Bereich a) des hodennahen Samenstranges, b) des Samenstranges auch im Bauchbereich (Hydrocele vaginalis); c) W. mit mehreren abgekapselten Anteilen (Hydrocele multilocularis). 3. Komplikation bei Ableitung von Hirnwasser in den Bauchraum: a) Bei ventrikulo-peritonealer Hirnwasserableitung kann die Spitze des Bauchraumkatheters durch den Leistenkanal (Canalis inguinalis) in den Hodensack vorfallen, wodurch sich der Liquor im Hodensack sammelt, was an einer Schwellung unterschiedlicher Größe erkennbar ist. Diagnose: Bei einer plötzlich auftretenden Schwellung ohne Rötung des Hodensackes ist an diese Komplikation zu denken. Die Katheterspitze ist im Hodensack zu tasten. Mit einer Ultraschalluntersuchung ist der Befund meist zu klären. Therapie: Die Ka­the­ter­spitze wird durch einen operativen Eingriff aus dem Hodensack zurückgezogen und in den Bauchraum verlegt. Gleichzeitig erfolgt der Verschluss des noch offenen Kanals zwischen Bauchraum und Hodensack. b) Durch eine noch offene Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hoden bzw. Schamlippen (Processus vaginalis peritonei) kann sich Liquor im Hodensack bzw. (wesentlich seltener) in den Schamlippen ansammeln und Ursache einer Schwellung sein (H). Diagnose: Ultraschalluntersuchung. Therapie: Operativer Verschluss des Processus. 

Wassersackniere: Hydronephrose, Harn­stau­ungsniere.

Wechseln eines Katheters: HarnblasenkatheterDauerkatheter, Shuntkatheter.

WHR: Abk. für engl. waist-hip ratio. Methode zur Bestimmung der Verteilung des Körperfettes. Vgl. THQ (Taille-Hüft-Quotient) und BMI (Body-Mass-Index)

Windel: saugende Inkontinenzvorlage. Ver­ordnungsfähiges Hilfsmittel zum Einmalgebrauch. W. nehmen Körperausscheidungen auf und vermeiden dadurch eine Dauerbefeuchtung der Haut im Anwendungsbereich. Sie werden hautnah getragen und haben eine feuchtigkeitsdichte Abschlussschicht an der der Haut abgewandten Seite. Saugende Inkontinenzwindelhosen (Windelhöschen): Einmalslip mit anatomisch geformtem Saugkissen mit Rücknässeschutz und Auslaufschutz an den Rändern, Mehrfachklebebändern und elastischen Bündchen an den Beinen. Zur Verordnungsfähigkeit: W. sind etwa ab dem 3. Lebensjahr in vollem Umfang ver­ord­nungsfähig, weil bis dahin die meisten Kinder eine vollständige Kontrolle der Ausscheidung von Harn und Stuhl erreicht haben. Aber: In jüngerem Lebensalter besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Verordnung, wenn die Inkontinenz über den Grad der "altersüblichen" Inkontinenz hinausgeht, z.B. bei ständigem Harnträufeln (vgl. Häufigkeit der normalen Seite A 233). Alle Windelarten müssen latexfrei sein. Wenn handelsübliche Windeln zur Inkontinenzversorgung nicht ausreichen, können - mit Begründung (s.u.) - spezielle Windeln verordnet wer­den.

Windeln - Ärztliche Begründungen

Anhang: Berichte/Bescheinigungen

- Krankenunterlagen, Windeln Seite A 233

- Windeln – latexfrei Seite A 233

- Windelentsorgung – Gebührenermäßigung Seite A 234

Windeldermatitis: Hauterkrankung im Bereich der Windel. Erreger: Häufigster Erreger ist Candida albicans (vgl. Kandidose, hier: Symptome. Therapie). (Mit-)Ursachen: Die W. wird begünstigt durch erhöhte Feuchtigkeit bei dichtem Abschließen der Windel, häufige Urinausscheidung bei Säuglingen und bei Inkontinenz und Schwitzen.

Wirkungsspektrum: die Wirksamkeit eines Medikamentes gegen Erreger (Bakterien, Viren u.a.), die durch ein Medikament behandelt werden können. Mit einem „breiten“ W. können vielerlei Arten von Erregern behandelt werden, mit einem „schmalen“ W. sind nur einzelne Erreger zu behandeln. Ziel ist es stets, durch Austestungen ein möglichst „schmal“ wirkendes chemotherapeutisches / antibiotisches Medikament zu finden, mit dem ein Erreger gezielt behandelt werden kann. W. von Antibiotika: Z.B. das W. des Penizillins umfasst die Erreger des Scharlachs (Streptokokken A), des Diphtheriebakteriums usw. Vgl. Antibiogramm. Chemotherapeutika gegen Viren haben meist ein eng begrenztes W., z.B. Acyclovir ® ist wirksam gegen den Windpockenerreger (das Varizellenvirus und Herpes zoster-Virus) sowie gegen Herpes.

   
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